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Johanna, erzähl doch mal: Wie hat es mit Goodmoon angefangen?

Es hat damit angefangen, dass ich mich mit meinem Körper unwohl gefühlt habe. Ich hatte festgestellt, dass die Ernährung einen hohen Einfluss darauf hat. Dieser Einfluss besteht auch gegenüber dem Zyklus und andersrum – der Zyklus beeinflusst auch das Essverhalten.

Über eine Ernährungsumstellung habe ich meine Zyklus-Beschwerden in den Griff bekommen. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass in meinem Bekanntenkreis oft Zyklus-Beschwerden ein großes Problem sind.

Dabei hatte ich einen Schlüssel-Moment: Ich stand mit einer Mädelsgruppe an einer Ampel. Eine der Mädels hat dann gesagt: „oh je ich bekomme meine Tage“; daraufhin bekam sie Mitleids- und Verständnis-Bekundungen der anderen. Ich konnte das nicht nachvollziehen – da ich das Problem nicht mehr hatte. Ich habe mich sogar immer gefreut auf meine Tage.

Als ich dann auf der suche nach einem Thema für meine Masterarbeit war, ist mir dieses Thema wieder eingefallen. Jede Frau hat 40 Jahre ihre Tage hat- aber es gibt wirklich wenig an Menstruations-Produkten. Die Produkte, die es gibt, empfang ich als nicht zufriedenstellend. In der Masterarbeit habe ich mich dann sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt – von den kultur-historischen bis zu den körperlichen und biologischen Aspekten. Bis heute bin ich von dem Thema fasziniert. Ursprünglich habe ich mich mit Menstruations-Produkten wie Tampons beschäftigt.

Während der Recherche lernte ich dann die vier Zyklen der Menstruation kennen und wie diese jeden einzelnen Tag beeinflussen. Bei jeder Frau sind während den verschiedenen Phasen auch unterschiedliche Hormone aktiv – beispielsweise in der ersten Phase das Östrogen und in der zweiten Phase das Progesteron; das eher entspannend wirkt. Die verschiedenen Hormone sorgen führ die bekannte emotionale Achterbahn.

95% der Frauen haben ein hormonelles Ungleichgewicht.

Johanna von Goodmoon

Der Zyklus hat auch Einfluss auf unser Konsum-Verhalten; beispielsweise kaufen wir je nach Zyklus statussteigernde Produkte. Diese ganzen Gründe haben mich motiviert dieses Problem mit einem Produkt zu lösen. Ein Produkt für den Alltag.

Johanna Naser von Goodmoon mit ihren Moonie-Bites

Warum hast du dich entschieden zu gründen?

Tatsächlich wusste ich schon sehr früh im Studium, dass ich etwas gründen möchte. Am Anfang dachte ich noch an ein Design-Studio. Dann habe ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Danach konnte ich mir nicht mehr vorstellen als Industrie-Designerin Produkte zu designen die schlecht für unsere Umwelt sind.

Als klassische Industriedesignerin würde ich eher mit Massenprodukten in Berührung kommen und wenig Einfluss auf die Materialien haben. Etwas zu erfinden, wurde von meiner damaligen Hochschule auch durchaus positiv aufgegriffen. Im Studium haben wir oft Lösungen für größere soziale Probleme gesucht. Mein Produkt soll dazu beitragen mehr Frauen in wichtige Positionen zu führen und dadurch soziale Probleme zu lösen.

Wie hast du den Markteintritt geplant? Für mich klingen deine Produkte sehr nach direct-to-customer.

Zukünftig möchte ich die Produkte auch in Drogerien listen lassen.

Johanna von Goodmoon

Aktuell sind unsere Produkte nur Online erhältlich. Dort bieten wir vier Produkte mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen an. Jedes Produkt unterstützt einen Zyklus der Frau.

Wie regelst du deine Produktion?

Dazu hatte ich ein wenig Glück. Letztes Jahr bin ich auf die Hochschule in Weihenstephan zugegangen. Dort gibt es den Food-Start-up-Inkubator, in dem Start-ups die Produktionshallen nutzen können – sonst ist es schwierig eine Produktionsstätte zu finden. Daher produziere ich meine Moonie-Bites selbst. In Zukunft soll die Produktion aber ausgelagert werden. Das ist aber noch nicht absehbar.

Du bist aktuell noch eine „One-Women-Show“?

Ich habe mich aber dagegen entschieden, da ich es relativ schwierig finde mit einem fremden zu gründen.

Johanna von Goodmoon

An sich schon – aber ich habe auch Unterstützung. Am Anfang habe ich mir auch Gedanken über eine/n Co-Founder/In gemacht. Dazu habe ich auch einige Untersuchungen gelesen. Eins der wichtigsten Gründe warum Start-ups scheitern sind Konflikte im Gründungs-Team. Da mir mein Projekt so wichtig ist, wollte ich das nicht riskieren.

Planst du noch weitere Produkte oder belässt du es erstmal beim aktuellen Sortiment?

Zurzeit plane ich nicht mein Sortiment zu vergrößern. In Zukunft soll es aber eine ganze Produktfamilie geben. Während der Produktentwicklung hatte ich bereits verschiedene Prototypen, die ich evaluiert habe. Die Moonies haben immer am besten abgeschnitten. Bei meinen Produkten geht es um die Zyklusgerechte Ernährung – und dazu gehören auch andere Produkte wie Snacks. Die Moonies sind ein Snackprodukt. Im zweiten Zyklus ist der Blutzucker-Spiegel besonders wichtig; daher kann ich mir auch herzhafte Produkte gut vorstellen.

Da wir gerade erst Bundestagswahl hatten: Wo würdest du dir mir Unterstützung von der Politik wünschen?

Das ist eine spannende Frage – denn aktuell bin ich auf der Suche nach Förderungen und Zuschüssen. Mir fehlen niedrigschwellige Kredite oder Darlehen von ein paar Tausend Euro – zu wenig für einen Business Angel. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Was ist deine größte Herausforderung aktuell?

Mein Konzept kurz und knackig im Pitch-Deck zu kommunizieren. Das sehe ich auch als größten Hebel – das die Geschichte im Kopf bleibt.

Was ist das Schönste für dich an deiner Arbeit?

Das ich mich den ganzen Tag mit meinem Lieblingsthema auseinandersetzen und dadurch Probleme lösen kann. Es ist eine Genugtuung von Frauen zu hören wie überfällig solche Produkte waren.

Empfehlung für Gründer/innen im Bereich Food

Entwickle deine Produkte so lang bis du selbst damit zufrieden bist. Am Anfang wollte ich noch mit einem anderen Produkt anfangen – mit dem war ich aber selbst nicht zufrieden. Ich hatte kein inneres Feuer dafür; also habe ich von neuem begonnen. Im Nachhinein bin ich dafür sehr dankbar.

Welches Buch würdest Du deinem früheren Ich, sagen wir mal mit 18, empfehlen und warum?

Das Buch heißt „Die Wolfsfrau“. Darin geht es um die Kraft der weiblichen Urinstinkte. Das Buch hat mich total fasziniert. Es funktioniert über Märchen und Sagen und uns darüber aufzeigt, wie wir die weibliche Kraftquelle finden können. Das ist auch für Männer interessant die sich mal in Frauen einfühlen wollen.

Hier findest Du Goodmoon: www.goodmoon.de

Als Frau in der Kulinarik bist Du auf der suche nach einem Netzwerk? Dann schau dir diesen Artikel an: [KLICK]

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