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Marina was macht ihr bei Leroma und warum hast du Leroma gegründet?

Marina: Ich war lange Jahre in der Lebensmittelindustrie als
Consultant tätig. Dort habe ich Rohstoff Lieferanten und die
Lebensmittelindustrie zusammengebracht. Ich bin Betriebswirtin mit internationaler
Trade Erfahrung. Als Endverbraucher kennen wir viele digitale Lösungen, die uns
das Leben leichter machen.

So etwas wie Google, Amazon oder Ebay. Im B2B
Segment gab es für die Lebensmittelindustrie leider weniger Lösungen, weshalb
ich mich entschieden habe bestimmte Prozesse für die Verknüpfung von
Teilnehmern in der Lebensmittelindustrie zu digitalisieren. Die Einfachheit von
der Beschaffung im Kontakt wie wir es von air bnb oder ebay kennen fehlte mir in
der Lebensmittelindustrie. Bei uns können sich Suchende, ohne sich anzumelden schon
eine Vielzahl von Informationen abrufen. Wenn du für deine Produktion oder deinen
Lohnhersteller Lieferanten suchst, kannst du dich auch direkt per Mail an uns
wenden. Für dich als Food-Start-up kostet die Suche nichts.

Unser zweiter Lösungsansatz ist die Überschuss-Börse.

Marina von Leroma


Mindestabnahmemenge sind in der Produktion einfach oft ein Problem; gerade für junge
Unternehmen. In der Überschuss Börse ermöglichen wir Produzenten und Rohstoff-Lieferanten
ihre überschüssigen Produkte oder auch Restposten sowie nebenströme der
Produktion zu inserieren und digital weiterzuvermitteln. Die Anbieter von den Überschüssen
haben so die Möglichkeit nicht auf Ihrer Ware sitzen zu bleiben und sich die Verwertungskosten
zu sparen. Die jungen Firmen auf der anderen Seite haben so die Möglichkeit
große Mindestabnahmemengen zu umgehen.

Leroma
Das Team von Leroma (Florian rechts, Marina in der Mitte, Hanno Hartmann links)

Wie ist euer Geschäftsmodell? Womit verdient ihr Geld?

Florian: Wir haben für die zwei verschiedenen Modelle, also Rohstoffsuche und Überschuss-Börse, verschiedene Geschäftsmodelle. Für die Rohstoffsuche haben wir ein Plattform Abo-Modell. Du zahlst einen jährlichen oder monatlichen Tarif, um Mitglied zu sein und deine Produkte zu listen; der suchende zahlt nichts. Dadurch wollen wir viel Traffic auf die Plattform bekommen. Bei der Überschuss Börse haben wir kein Abo-Modell – hier bezahlt auch der inserierenden nichts. Es wird nur eine Provision bei erfolgreichem Verkauf fällig.

Eure Vision ist es eine weltweite und nachhaltige B2B-Plattform für Lebensmittelrohstoffe aufzubauen: Was bedeutet in dem Kontext für euch nachhaltig?

Marina: Für mich bedeutet Nachhaltigkeit sehr viel. Da wir endlich etwas tun müssen, um Ressourcen-verschwendung zu minimieren. Wir wollen das in den nächsten 10 Jahren am Anfang der Wertschöpfungskette drastisch verändern. Unsere Vision ist es die Lebensmittelindustrie zumindest in einem Segment nachhaltiger zu gestalten.

Unser Geschäftsmodell ist von sich aus nachhaltig, indem wir die Unternehmen dazu motivieren ihr Ressourcen-Management besser zu gestalten. Wir hoffen dadurch auch irgendwann mal die Endverbraucher zu erreichen – ähnlich wie wir es vom Fairtrade Zertifikat kennen. Ein Leroma-Zertifikat für Endverbraucher ist unsere Vision. Um damit zu signalisieren: Es gibt Hersteller die legen großen Wert auf Nachhaltigkeit im Sinne von Ressourcenoptimierung.

Gibt es Mindestabnahmemengen?

Wir legen den Fokus auf geringe Mindestabnahmemengen.

Florian von Leroma

Florian: Das kann ich pauschal nicht beantworten. Wenn wir zum Beispiel Proteinpulver in 25 Kilo Säcken haben, dann ist manchmal eine Palette und manchmal ein Sack als Mindestabnahmemenge hinterlegt. Das hängt immer von dem Anbieter des Rohstoffs ab, das Bestimmen nicht wir.

Wieso sollten Food-Start-ups eure Plattform nutzen?

Marina: Für Food-Start-ups sind wir sehr attraktiv, weil wir sehr schnell potenzielle Lieferanten finden können. Und nicht nur kleinere Mengen; auch passende Lieferanten aus der Region. Obwohl wir eine globale Plattform sind, wollen wir durch mehr Transparenz die Beschaffungswege und Lagerkapazitäten optimierter gestalten.

Im letzten Jahr gab es eine große Dynamik durch die Rohstoffknappheit. Aktuell befinden wir uns noch immer in der Problematik, dass viele Rohstoffe aus Asien preislich in die Höhe gesprungen sind. Jetzt ist es an der Zeit wir mal einen Schritt zurückgehen und zu schauen: Welcher Lieferant kann uns aus Europa zu ähnlichen Konditionen beliefern?. Es gibt viele Rohstofflieferanten die tolle Produkte anbieten, aber sich keine eigene Internetauftritt leisten und die versuchen wir eben auch zu akquirieren.

Da gerade erst Bundestags-Wahl war: Was würdet ihr euch von der Regierung wünschen?

Statt Bestrafung sollte Belohnung das Ziel sein.

Marina von Leroma

Marina: Die Politik versucht viele Sachen in Richtung nachhaltigen Wandel zu gestalten. Meiner Meinung nach könnte das jetzt schneller gehen. Wenn Unternehmen mehr in Richtung nachhaltigere Produktion unterstützt werden. In Frankreich gibt es bereits ein Gesetz, dass Unternehmen steuerlich begünstigt, wenn sie Lebensmittel oder Rohstoffe nicht in die Biogasanlage geben sondern einen anderen Purpose finden. So etwas wünsche ich mir auch für Deutschland.

Was ist eure größte Herausforderung aktuell?

Marina: Die Herausforderung ist besonders überschüssige Ware einzukaufen. Eine Plattform hat immer das Henne Ei Problem. Gibt es genug Anbieter und Suchende für die Rohstoffe. Wenn du dir die großen Plattformen anschaust, sieht du: Das hat auch 10 Jahre gedauert, bis sie genug Angebote haben und das Geschäftsmodell funktionierte.

Florian: Die Lebensmittelindustrie ist einfach noch sehr traditionell unterwegs. Von Plattform Modellen haben sie meistens noch keine Ahnung und wollen auch noch nichts davon wissen. Die Produktion soll hochwertig sein – deshalb wird überwiegend Neuware verwendet. Ich glaube das hat was mit dem traditionellen Geist der Lebensindustrie zu tun, dass präferiert auf Neuware zurückgegriffen wird. Zum Glück ändert sich aktuell.

Welches Buch würdest Du deinem früheren Ich, sagen wir mal mit 18, empfehlen und warum?

Marina: Ich finde das Thema Entrepreneurship sehr spannend. Ich motiviere gerne andere Leute, egal wie lange diese schon im Job sind. Auch wenn ich schon 20 Jahre arbeite, kann ich noch über Unternehmertum nachdenken. Auch über tolle innovative Ideen die man auch nicht unbedingt alleine, aber vielleicht mit anderen verwirklichen kann. Es gibt das Buch „The First 90 Days“ von Michael Watkins. Das Buch enthält einen roten Faden, was man sich unbedingt anlesen sollte.

Florian: meine Empfehlung heißt „Slidge Edge“ von Jeff Olsen. Das ist eine Anleitung für jeden Bereich im Leben. Er erklärt, wie man mit den kleinsten alltäglichen Änderungen, die im ersten Blick nicht wichtig erscheinen, schon sehr viel bewegen kann. Das Buch hat mir sehr die Augen geöffnet.

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