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Warum habt ihr BoneBrox gegründet und welche Produkte stellt ihr her?

Ich komme aus der Werbeindustrie und war danach selbstständiger Grafiker und Fitnesscoach im Bereich Selbstverteidigung. Mein Mitgründer Konrad ist gelernter Osteopath und arbeitete damals in seiner Praxis in Berlin. Konrad trainiert ebenfalls schon lange im Bereich Kampfkunst – durch diese Verbindung haben wir uns kennengelernt. Gemeinsam starteten wir mit einem Ernährungs- und Fitnessprogramm, in dem wir uns auf die Paleo-Ernährung konzentrierten. In der Paleo Ernährung wird die Nose-to-tail Philosophie praktiziert. Als wir uns im Handel umsahen fanden wir keine echte Knochenbrühe, die mindestens 18 Stunden lang auskocht und somit das Kollagen in die Brühe übergeht. Knochenbrühen sind überall auf der Welt traditionell verankert. Wir haben uns überlegt: Wieso sollten wir diese wertvolle Brühe nur essen, wenn es uns schlecht geht? Somit war der Grundstein zur Gründung gelegt.

Jin Woo Bae (rechts) und Konrad Knops von BoneBrox

Habt ihr euer Sortiment ausgebaut oder liegt der Fokus weiterhin auf der Knochenbrühe?

Wir haben mittlerweile unser Portfolio erweitert. Im Bereich Brühen bieten wir: vegane Brühen, Fisch, Wild, Rind und Huhn. Außerdem bieten wir die Knochenbrühe als Pulver. Dieses wird physikalisch durch Spraytrocknung pulverisiert. Zuletzt haben wir Suppen herausgebracht, die unser Brühpulver enthalten.

In eurem Team befinden sich seit Anfang 2021 zwei weitere GeschäftsführerInnen: Wie kam es zu dieser Erweiterung?

Auf dem Papier sind Konrad und ich von der Geschäftsführung abgetreten. Die Beiden neuen in der Führungsebene sind in die Position hereingewachsen. Auf der seine Seite ist es Lea Hirsche und auf der anderen Niko Burgold. Nik war vorher Sales Manager bei uns. Lea war im Sales, HR und in der Kommunikation bei uns tätig. Weder Konrad noch ich haben BWL oder einen Food-Hintergrund. Es ist eine Zeit gekommen, in der wir merkten: Wir müssen uns andere Kompetenzen in die Führungsetage holen, um vom Start-up zum Scale-up zu werden. Seit Januar 2021 sind Lea und Nik in der Geschäftsführung.

Bereut ihr es den Deal der Löwen abgelehnt zu haben?

Es hätte zu schnellerem Wachstum führen können. Aber die Frage ist immer: Zu welchem Preis möchte ein Start-up wachsen. Als wir zu DHDL gegangen sind, hatten wir bereits einen Deal in der Tasche. Die Produktionsfirma fragte uns an, ob wir nicht dort pitchen wollen. Zuvor hatten auch schon Freunde und Bekannte mehrfach darauf hingewiesen, dass wir uns dort bewerben sollten. Als dann die Anfrage kam, sagten wir zu. Wir hätten uns die Unterstützung von Frank Thelen gewünscht, denn wir sahen im Onlinebereich noch schwächen. Die Investoren, mit denen wir heute zusammenarbeiten sind sehr professionell im Food-Bereich und wir sind sehr zufrieden mit ihnen.

Mittlerweile seid ihr europaweit erreichbar: Was waren eure Learnings dabei?

Um in andere märkte vorzustoßen Bedarf es guten Anlaufstellen vor Ort. Entweder einen direkten Kontakt oder jemanden der selbst Händler ist. Dennoch ist es ein großer Spagat. Die zusammenarbeit funktioniert nur durch gute Kommunikation. In Skandinavien haben wir beispielsweise einen deutschsprachigen Kontakt, das ist sehr hilfreich. Auch intern benötigt es eine starke Sales-Persönlichkeit die dieses Wachstum bewältigen kann. In Österreich hat das Wort „Brühe“ einen deutlich schlechteren Stellenwert als hierzulande. Deshalb mussten wir für Österreich ein eigenes Label mit „Bouillon“ kreieren. So etwas lässt sich nicht im Vorhinein evaluieren.

Ihr habt gerade eine neue Finanzierungsrunde hinter euch gebracht: Wofür sucht ihr weiteres Kapital?

Wir wollen weiterwachsen. Das Kapital nutzen wir für die Stärkung unserer Vertriebsabteilung, heißt Personal einstellen. Wir sind bereits im Bio-LEH gut vertreten – jetzt kommt der Sprung in den konventionellen LEH. Außerdem soll die Produktentwicklung und das Thema Performance Marketing ausgebaut werden.

Wie war die Elternzeit als Gründer?

Zum ersten Mal seit der Gründung habe ich mich komplett rausgezogen. Sonst war es üblich auch im Urlaub Mails zu lesen. Es gab nur eine Teilnahme meinerseits an einem Meeting, bei dem ich dem Team unseren Nachwuchs präsentierte. Diese Auszeit funktionierte nur, weil wir zuvor die Geschäftsleitung abgegeben haben. Allerdings war das so nicht geplant, nach dem Motto: Wir geben die Geschäftsleitung ab und können dann Eltern werden. Das hat sich so ergeben. Ich bin seit Anfang des Jahres zurück und durfte direkt vier neue Leute kennenlernen, das ist wirklich spannend. Wir haben ein tolles Team das gut funktioniert und sich gegenseitig vertraut.

Was ist deine größte Herausforderung aktuell?

In meine neue Rolle zu schlüpfen, diese anzunehmen und abgeben zu können. ZU Beginn unserer Reise war ich für das Branding zuständig – das werde ich komplett abgeben. Zukünftig konzentriere ich mich auf Kommunikation und PR. Diese neue Rolle anzunehmen und das alte loszulassen ist eine Herausforderung. Außerdem fordert es uns heraus, dass Unternehmen insgesamt auf die richtige Geschwindigkeit zu bringen, ohne das es aus der Bahn gerät.

Empfehlung für Gründer/innen im Bereich Food

Wir hatten ein glückliches Timing. In Deutschland galt lange Zeit das Credo: Deutschland gibt in der EU am wenigsten Geld für Lebensmittel aus. Ich glaube aber, dass sich das Qualitätsbewusstsein verändert hat. Konrad und ich kommen beide weder aus der BWL noch aus Food – wir haben einfach unser Ding gemacht; das kann ich auch anderen empfehlen. Ein weiterer Tipp wäre, getreu dem Motto „your network is your networth“: Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken.

Welches Buch würdest Du deinem früheren Ich, sagen wir mal mit 18, empfehlen und warum?

Building a Story Brand von Donald Miller


Hier gehts zu BoneBrox: [KLICK]

Neue Regierung, neues Glück: Ein Blick auf den letzten und den neuen Koalitionsvertrag in Sachen Food [KLICK]

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