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Voller Fokus auf Internationalisierung – von Anfang an. Trotz Investoren kommt ein Hindernis nach dem anderen.

Der Mitgründer steigt aus.

Corona macht es dem Vertrieb schwer.

Christian Krause von Zveetz hat bereits eine spannende Reise hinter sich. Wieso für ihn England als Markt besonders interessant war und wieso er heute ein anderes Produkt als zu Beginn herstellt erzählt er mir im Interview.

Bevor wir zu deiner heutigen Firma kommen: 2016 hast du schonmal gegründet. Wieso hat es damals nicht geklappt?

Tatsächlich können wir in meinem Fall nicht von einem „Fail“ sprechen. Damals habe ich im Bereich Low Carb Lebensmittel eine Pizza Mischung mit einem Co-Founder entwickelt. Als das Geld von der Bank kam, musste ich leider aus privaten Gründen ausscheiden. Soweit ich weiß, ist das Produkt auch heute noch am Markt. Als ich 2015 nach Berlin kam, half ich meinem Vater seinen Hotellerie-Betrieb zu betreiben. Das wurde mir jedoch schnell zu langweilig. In Berlin wurde ich jedoch mit dem „Gründervirus“ infiziert und entschied dann mit der Pizza-Mischung zu starten.

Kommen wir zu Zveetz: Was macht ihr dort?

Wir entwickeln und produzieren pflanzliche Dessert im Bereich Mousse. In dieser Kategorie sind wir mit vier Geschmacksrichtungen am Markt: Schokolade als Klassiker, erfrischender Lemon-Cheesecake, Peanut Butter und Kaffee. Unser USP ist ganz klar das Thema Zuckerreduktion. Wir können ein zuckerfreies Produkt anbieten und sind zudem auch Bio zertifiziert.

Ihr habt 2017 gegründet. Wie war eure Reise bis heute?

Nach meinem ersten Projekt, aus dem ich ausschied, wollte ich weiter machen. Da es in meiner Familie Fälle von Diabetes gibt, bin ich auf die Idee gekommen zuckerfreie Lebensmittel zu entwickeln. Ich wollte mehr Vielfalt in dieses Segment bringen. Wir wollten aufklären, aber uns war klar: Alle lieben süße Lebensmittel und essen diese auch gerne. Um aufzuklären wollten wir also Alternativen entwickeln.

Gestartet sind wir mit einem Fruchtgummi-Produkt.

Christian Krause von Zveetz

Dort hatten wir dann leider massive Probleme mit der Verpackung und wir hatten kein gutes Kundenfeedback. Die Erwartung an die Textur von Fruchtgummi ist die Konsistenz vom Marktführer auf Basis von Gelatine. Unsere stärkebasierten Gummis wurden in Deutschland nicht gut angenommen. Wir wollten unserer Mission jedoch treu bleiben und sind 2019 auf das Thema Dessert gekommen. Im ersten Anlauf haben wir ein Joghurtprodukt entwickelt und in der Gastronomie evaluiert. Auch hier bekamen wir kein gutes Kundenfeedback und daraufhin haben wiederum neue Produkte entwickelt. Wir haben überlegt was wir aus Kokosmilch machen können. Auf dieser Basis haben wir unsere Mousse entwickelt. Wir lernten dann die Gründer von KitchenTown Berlin kennen und sind dort dann in die erste Kohorte eingestiegen. Dann kam Corona und hat uns aus der Bahn geworfen. Zum Glück stand da bereits das nächste Programm an: Drei Monate Proveg Incubator. Dort wollten wir uns internationaler ausrichten. Im Jahr 2021 wollten wir dann volldurchstarten. Leider ist mein Mitgründer dann aus privaten Gründen ausgestiegen und hatten Probleme mit unseren Produktionspartnern. Mittlerweile haben wir einen neuen Investor gewonnen und können wieder voll durchstarten.

Euer erstes Produkt hat nicht funktioniert. Zu welchem Entwicklung-Zeitpunkt seid ihr an den Markt gegangen und würdest du im Nachhinein sagen, es war möglicherweise zu spät?

Wir mussten viel Zeit, in die Entwicklungszeit der ersten Produktversion investieren, da die Hürden der Rezepturentwicklung höher waren als wir dachten. Wir sind tatsächlich relativ früh damit an den Markt gegangen. Da haben wir in speziellen Onlineshops verkauft. Dort waren die Verkaufszahlen auch ganz gut, aber wir wollten in die breite Masse gehen und damit aufklären.

Im Bereich Süßigkeiten in der Kategorie Gummibärchen vermute ich einen sehr hohen Preisdruck. Daher wundert es mich nicht, dass ihr euch einem anderen Produkt gewidmet habt.

Das kann sehr gut sein. Rückblickend würde ich mit dem Fruchtgummi in anderen Ländern wie UK, USA oder Asien starten – dort ist eine höhere Akzeptanz gegenüber geleeartigen Fruchtgummis. Aber wir wollten und wollen das Thema in Deutschland größer machen.

Mit eurem zweiten Produkt seid ihr als erste an die Zielgruppe Gastronomie gegangen. Wie war dort die Zusammenarbeit?

Wir hatten den Vorteil direkt in Berlin an die Gastronomie anzuknüpfen. Wir haben uns zuerst auf Salatbars die Bowls etc. anbieten fokussiert. Für diese Gastronomie konnten wir einen guten Upsell darstellen. Viele Gastronomen hatten jedoch die Philosophie nur eigens hergestellte Produkte verkaufen zu wollen.

Die Zielgruppe Gastronomie ist sehr arbeitsintensiv für den eigenen Vertrieb, da sie hohe Anforderungen hat.

Christian Krause von Zveetz

Außerdem erfordert sie eine hohe Flexibilität. Auch wenn Punkte anders vereinbart waren, kamen sehr kurzfristige Anfragen für Mengen die wir von heute auf Morgen produzieren mussten. Was für uns in der Anfangszeit bedeutete: Wir müssen zwei Stunden früher aufstehen und produzieren.

Wie lief das Inkubator Programm von Proveg?

Glücklicherweise hatten wir bei KitchenTown als Büronachbar „vly“, die bereits vor uns im Proveg Incubator waren. Dadurch konnten wir uns im Vorhinein gut austauschen. Letztlich muss ich sagen: Es war ein tolles Programm. Es war sehr gut organisiert, jedes Rädchen hat ins andere gegriffen und die Vernetzung mit anderen Start-ups aus dem Bereich war sehr hilfreich. Außerdem wurden einige der Start-ups auch im Anschluss mitfinanziert, also insgesamt ein sehr tolles Programm.

Wo vertriebt ihr eure Produkte?

Aktuell vertreiben wir nur im eigenen Online-Shop. Derzeit nehme ich alle Kontakte wieder auf. Der erste Großhändler in UK ist an Board und wir geben weiter Gas auch in Deutschland.

Was ist aktuell deine größte Herausforderung?

Das Normalität einkehrt und wir stabil produzieren.

Was ist für dich das schönste an deiner Arbeit?

Die letzten 9 Monate waren die härtesten in meinem Berufsleben. Aber tatsächlich habe ich weitergemacht, weil ich den Investoren gegenüber meine Verantwortung übernehmen musste. Ich freue mich einfach riesig wie gut unsere Produkte angenommen werden.

Welches Buch würdest Du deinem früheren Ich, sagen wir mal mit 18, empfehlen und warum?

The Hard Thing about Hard Things von Ben Horowitz. Zu sehen, dass auch solche Leute mal gestrauchelt sind, ist sehr beruhigend.


HIer findest du Zveetz: https://www.zveetz.com

7 Gründe wieso mich Schnell-Lieferdienste wie Gorillas und co. nicht die Bohne interessieren: [KLICK]

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