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“Das Metaverse ist der virtuelle Nachbau der Wirklichkeit.”

Du bist im Supermarkt einkaufen.

Die prallgefüllten Regale regen zum shoppen an – wie du es gewohnt bist.

Auf der Suche nach glutenfreien Produkten öffnest du den Produktfilter und gibst ein “glutenfrei”.

Die Regale sind auf einen Schlag wie leergefegt.

Übrig geblieben sind alle glutenfreien Produkte.

Du packst alles was du brauchst in deinen Warenkorb, bezahlst und verlässt den Supermarkt.

Mit einem Klick auf “Zuhause” wirst du in dein virtuelles Haus teleportiert.

Du befindest dich im Metaverse der ersten Version.

So oder ähnlich könnte es in fünf Jahren aussehen.

Mit Thomas Riedel vom Metaverse Podcast habe ich über das Metaverse und Potenziale für Food-Unternehmen gesprochen. 

Thomas erzählt von den Anfängen des Metaverse, dessen Idee bereits 1992 im Buch “Snowcrash” beschrieben wurden. Das Buch handelt von einer Dystopie, worin eben auch das Metaverse beschrieben wird. Im Buch können sich lediglich 1 Millionen Menschen ein Grundstück im Metaverse leisten – der Rest wird nur als Gast zugelassen.

Da stellt sich mir die Frage: Wird auch das “neue” Metaverse eine elitäre Welt? Wird das Metaverse ein Monopol?

Metaverse

Der Begriff Metaverse, der bereits seit mehreren Jahrzehnten existiert, beschreibt die virtuelle Realität. Es handelt sich hierbei um ein Kompositum aus den beiden Begriffen „Meta” (Jenseits) und „Universe” (Universum).

Thomas sagte mir dazu: “Das Internet heute gehört schon uns allen und so sollte auch das Metaverse gestaltet werden. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass eins der ersten Metaverse von Meta (ehemals Facebook) entstehen wird.”

Ob das Metaverse ein elitäres Monopol wird, darauf komme ich im Fazit zu sprechen.

NFTs, Katjes, 4BRO

Die ersten Gehversuche der Food-Branche sind bereits erfolgt. Katjes hat 777 Einhörner als NFT auf den Markt gebracht.

NFT sind non-fungible-tokens.

Thomas Riedel erklärt es so: “Es gib eine Datenbank in der ist abgespeichert, wem eines dieser Einhörner gehört. Das Besondere am NFT ist, dass jedes Einhorn dadurch einzigartig ist. Dahinter steht die Blockchain-Technologie.”

Jedes Einhorn ist letztlich ein Bild.

Der Unterschied zu einer herkömmlichen Datenbank ist, dass die Informationen auf vielen Rechnern verteilt liegen.

Diese Technologie soll gewährleisten, dass das Metaverse uns allen gehört.

“Leider ist das ein Trugschluss. Außerdem sind NFTs das was wir am allerwenigsten im Metaverse haben sollten”, sagt Thomas Riedel.

Die Marke 4BRO hat sich auch schon in diese Richtung gewagt. In der eigenen App können Bonuspunkte durch Produktkäufe gesammelt werden. Ein Verwendungszweck für die Punkte ist ein NFT Namens “Bubatz”, welches damit gekauft werden kann.

Dieses wiederum gibt den Kunden Zugang zu besonderen Events und Mitspracherecht bei der Produktentwicklung.

Auf meine Frage, ob diese Marketing-Gags von Katjes oder auch 4BRO nur als Community-Maßnahme dienen, antwortete Thomas Riedel: “Ich würde behaupten die Community wird nicht lange halten. Wenn sich eine Community etabliert, dann wird diese hauptsächlich aus Spekulanten bestehen, die auf eine Wertsteigerung der NFT hoffen.”

Die technische Barriere ist aktuell noch sehr hoch. Das führt folgerichtig dazu, dass nur eine sehr sehr kleine Zielgruppe sich überhaupt in der Lage fühlt in dem Bereich einzusteigen.

Probleme mit NFTs – Problem für Katjes?

Katjes produziert vegane Lebensmittel und stellt Nachhaltigkeit in den Fokus. 

Auf der Homepage von Katjes steht:

“Wir achten auf Ressourcen. Seit 2020 produzieren wir klimaneutral. Unser Sortiment ist vegetarisch. Energie- und Wasserverbrauch werden stetig optimiert.”

“Mit der Einhorn-Aktion hat sich Katjes den kompletten Nachhaltigkeitshaushalt zerschossen”, Thomas Riedel.

Eine Transaktion auf einer Blockchain verbraucht so viel Energie wie 1,5 Millionen Visa Transaktionen.

Außerdem gibt es im Kryptobereich sehr viele Spekulanten, die dort mit allen Methoden und Tricks versuchen an Geld zu kommen.

Der Bereich ist zudem sehr unreguliert. Russland setzt zunehmend auf Kryptowährungen, um die Sanktionen abzumildern. Indirekt unterstützt du also möglicherweise Russland und deren Invasion. #NichtSoGeil

Zum Thema unreguliertes Internet hat Jan Böhmermann kürzlich ein Video veröffentlicht, indem er aufzeigt wie grottenschlecht die Polizeiarbeit dort ist. Das Video ist absolut empfehlenswert, schau es dir unbedingt an: [KLICK]

Wenn die Bundespolizei es heute schon nicht schafft Hass, Mobbing und Rassismus im Internet zu verfolgen, wie soll das erst im Metaverse werden?

DAOs – What the Fuck noch mehr Abkürzungen

Um es kurz zu machen: DAOs sind wie Aktiengesellschaften nur auf Basis der Blockchain-Technologie. Du kannst dir Firmenanteile kaufen, die statt in einer Aktie verbrieft, in der Blockchain gespeichert werden.

Somit bietet das Konstrukt Null Vorteile – dafür aber weniger Regulation und viel höhere Energiekosten.

Sollte ich mich jetzt als Food-Start-up überhaupt damit mit Metaverse, NFT und dem ganzen Kram beschäftigen?

Thomas Riedel sagte dazu, dass sich jedes Unternehmen mit Technologie auseinandersetzen sollte, da es sehr viele Geschäftsmodelle verändert. Er vergleicht die aktuellen Entwicklungen im Metaverse-Bereich mit dem E-Commerce von vor 10 Jahren. Der Handel beispielsweise hat das Thema E-Commerce vollkommen verschlafen.

Die Situation heute ist die gleiche, die Technologie ist in einer sehr frühen Phase und noch in der Entwicklung. Dennoch sollte sich nach Riedle jedes Unternehmen die Frage stellen: Stellt das Metaverse mein Geschäftsmodell in zehn Jahren in Frage?

Hat der Handel aus den fehlenden frühen Investitionen gelernt?
Kaufland hat sich bereits ins Metaverse vorgewagt. Im Game “Animal Crossing: New Horizons” hat Kaufland eine eigene Insel erschaffen und platziert seine Market dort.

Auch Frosta ist ins Gaming eingestiegen. Im Spiel GTA Online konnten Spieler dreißig Tage lang virtuelle Frosta Produkte kaufen. Mit Metaverse hat das allerdings noch nichts zu tun – aber es wird sich angenähert.

“Ich denke nicht das irgendeins der Probleme, die wir aktuell haben von Krypto-Technologien gelöst werden kann.”

“Die erste Phase im Metaverse wird sehr nah an der Realität sein, um sich daran zu gewöhnen. Es macht überhaupt keinen Sinn mit einem Avatar durch Supermarktgänge zu laufen, weil das maximal Ineffizient ist. Es macht aber trotzdem Sinn, um die Menschen nach und nach in die Welten zu gewöhnen.” Thomas Riedel

Wenn du wissen willst, was nach der ersten Phase kommt, hör dir das Interview an; dort erzählt Thomas wie er sich das vorstellen kann. Kurzer Teaser: Es wird eine Kombination der besten Eigenschaften aus dem stationären Handel und E-Commerce, um die bestmögliche Kundenerfahrung zu gewährleisten.

Konkret: Was passiert im Metaverse und welche Anwendungsfälle könnte es in Zukunft geben?

Im Metaverse bewegen wir uns, wie in einem Online-Rollenspiel, mit einem Avatar in virtuellen Welten. Wenn du den Film Avatar oder Ready Player One gesehen hast, kannst du dir ungefähr vorstellen, wie das ablaufen kann.

Zwei Technologien werden das Metaverse prägen: Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR).

Davon ist besonders AR relevant für Food.

Auf der diesjährigen Google Entwickler Konferenz wurde bereits ein erster Prototyp dazu vorgestellt.

Mit dem Handy und einer App können Nutzer*Innen durch den Supermarkt laufen und es werden automatisch die Nährwerte der sich im Kamerafeld befindlichen Produkte angezeigt. Oder es werden mir alle Produkte angezeigt die ein gewisses Allergen wie Gluten nicht enthalten.

Anwendungsfälle für Food-Unternehmen im Metaverse

Nach viel Theorie soll auch viel Praxisbezug kommen. Es folgen 7 Beispiele für praktische Anwendungen im Metaverse.

Virtuelle Produktion

Die eigene Produktion virtuell nachbilden und Transparenz beweisen. Das könnte möglicherweise mit einem Live-Stream kombiniert werden. #GläserneProduktion

Verkostungen

In der virtuellen Metaverse-Kitchen treffen sich deine Kunden zur Verkostung. Die Produkte wurden im Vorhinein nach Hause geschickt (so in echt). Die Zubereitung zeigst du dann virtuell und sammelst direkt das Feedback ein.

Einkaufserlebnis

Wie der Einkauf in Zukunft aussehen könnte, habe ich bereits beschrieben. Die Auswahl der Produkte, die du siehst, kannst du durch Filter einschränken. Kombiniert mit der virtuellen Produktion wird es zum Erlebnis. Möglicherweise auch mit Vorträgen und Programm zur Ernährungsbildung und der Einbeziehung von Kindern. #LernenDurchGamification

Marktplätze

Wenn immer mehr Menschen sich ins Metaverse bewegen, werden Apps an Relevanz verlieren. Produktkäufe werden verstärkt direkt im Metaverse stattfinden.

Reservierungen in Restaurants/Bars/Cafés

Bevor du dein Tisch reservierst kannst du ihn dir im Metaverse ansehen. Ist der Tisch direkt neben dem Eingang oder in einer ruhigen Ecke? Wenn analoge Orte komplett digital nachgebaut werden, können diese Ort auch besucht werden. Möglicherweise sogar mit Live-Stream in die reale Welt?

Ghost Kitchens und Delivery

Das Thema Ghost Kitchen habe ich bereits beschrieben. Mehr dazu hier:

Wenn das Thema weiter Fahrt aufnimmt, kannst du in Zukunft ein frisch gekochtes und geliefertes Gericht von einer virtuellen Marke genießen – mit deinem Kollegen der am anderen Ende der Welt sitzt. Denn virtuelle Marken werden global und durch das Metaverse vernetzt.

Mitgliedschaften

Es wird exklusive Orte geben, zu denen du nur mit einer Mitgliedschaft reisen kannst. Und nur wenn du im Metaverse dorthin reisen kannst, wird es dir möglich sein diesen Ort auch live zu besuchen.

Fazit #eigeneMeinung

Deutschland profiliert sich nicht gerade als Weltmeister in Sachen Digitalisierung. Es wird zwar viel über Zukunftstechnologien gesprochen und geschrieben, aber wir müssen erstmal unsere Hausaufgaben aus den letzten fünf bis zehn Jahren nachholen.

Vermutlich werden wir auch beim Thema Metaverse wieder abgehängt.

Um das Metaverse nutzbar zu machen, wird es um Datenmanagement und Datenqualität gehen. Denn ohne Daten werden Technologien wie AR nichts bringen. Was nützt die tollste AR Brille, mit der du im Supermarkt unterwegs bist und nach glutenfreien Produkten suchst, wenn kein Hersteller die Daten zur Verfügung gestellt hat.

Wenn wir die aktuelle Lage der Lieferkettenprobleme betrachte, sehen wir jetzt schon: Viele Hersteller schaffen es kaum bei sich ständig ändernden Rohstofflieferanten die Datenqualität aufrechtzuerhalten.

Eingangs stellte ich die Frage: Wird das Metaverse elitär?

In New York gibt es das erste Restaurant auf NFT Basis. Dort kommst du nur rein, wenn du eine Mitgliedschaft in Form von NFTs besitzt. Die natürlich entsprechend Kosten. Der erste Schritt zum Ausgrenzen ist also bereits getan. Ich erwarte mir das auch im Metaverse eine starke Schere der Klassen geschehen wird.

Schon heute gilt das Kredo: Kein Social Media, keine Webseite und du existierst nicht.

In Zukunft wird es so sein: Kein vernünftiger Datenhaushalt, keine Anbindungen an die großen Systeme wie denen des Handels und dein Food-Produkt existiert nicht (im Metaverse).

Das gilt auch für Food-Start-ups. Die wichtigste Kernkompetenz ist Vertrieb & Marketing. In Zukunft wird es möglicherweise IT sein.

Wenn du dich mal ins Metaverse bewegen willst, Thomas bietet regelmäßig virtuelle Meet-ups an:


Quellen

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Was-steckt-hinter-dem-Krypto-Interesse-aus-Russland-article23255974.html

https://thespoon.tech/restaurants-welcome-to-the-metaverse/?mc_cid=69a7c76437&mc_eid=33d8b0a0c9&utm_medium=email&_hsmi=60702923&_hsenc=p2ANqtz–i3douTNJ2dfAUELg8QG-Pk_QdQ9UPLV51ufSDOPMj8-TS-v-180C2pZ-YFc1giD005cy1ORTdlzVmkWKoYKyjO1OHOw&utm_content=60702923&utm_source=hs_email

https://snaxshot.substack.com/p/latest-on-web3-f-and-b?s=r&utm_medium=email&_hsmi=60702923&_hsenc=p2ANqtz-9v88aUHxjF803B5TODi5pWM3NHrM2qaDOHPKhqirt-ZUI84VDbh0nU4Tlmb1OMqUTFivCx0O-nv6YRe4o_SdZKgghaZQ&utm_content=60702923&utm_source=hs_email#:~:text=Walmart%20%E2%80%93%20Anfang%20dieses,Unterfangen%20zu%20%C3%BC

https://www.matthewball.vc/all/themetaverse

https://deutschepodcasts.de/podcast/mint-dein-nft-podcast/4bro-x-minth-launch-unseres-ersten-nft-projektes-g?utm_medium=email&_hsmi=60351700&_hsenc=p2ANqtz-_xjvyH9h1XUt9yRl7mG25yRCK2qo4epXZrYRa4WQ9_1k7Y8gVnuPNfQO29zttFqoxDYMfKG3WC75n1x1C98U8Jnl2QUA&utm_content=60351700&utm_source=hs_email

https://foodverse.de/26-foodverse-playbook-out-of-the-box-efood-voila

https://foodverse.de/25-dezentrales-food-katjes-nft-daily-five-knaerzje-im-hr-fernsehen

https://foodverse.de/24-food-im-metaverse-fette-eu-uptea

https://foodverse.de/24-food-im-metaverse-fette-eu-uptea

https://t3n.de/consent?redirecturl=%2Fnews%2Fmetaverse-erklaert-hype-zukunft-1419141%2F

https://www.forbes.com/advisor/de/kryptowaehrungen/metaverse-grundstueck-kaufen/

https://www.flyfishclub.com/

Restaurants, Welcome to the Metaverse (thespoon.tech)

Kehrtwende bei Digitalwährungen: Was steckt hinter dem Krypto-Interesse aus Russland? – n-tv.de

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